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Shirin David

AKA: Barbara Shirin Davidavicius

Shirin David ist eine deutsche Musikerin, die ihre Online-Karriere 2014 als YouTuberin begann. Geboren am 11. April 1995 in Hamburg mit ihrem bürgerlichen Namen Barbara Shirin Davidavicius wuchs sie als Kind mit vielen musikalischen Einflüssen auf, wie sie unter anderem auf ihrem autobiographischen Song „Bramfeld Storys“ erklärt. Neben klassischem Klavierunterricht und Balletunterricht absolvierte Shirin eine Gesangsausbildung an der Jugend-Opern-Akademie.

Textlich tritt Shirin David insgesamt feministisch auf und versucht die Grenzen dessen, was für Frauen (im Rap, aber auch in der Gesellschaft) als normal gilt, zu verschieben. Sie provoziert bewusst mit freizügigem Auftreten und sexuell expliziten Lyrics, frei nach dem Motto „ich darf das“.

Nachdem sie 2014 relativ schnell Bekanntheit über YouTube erlangte, veröffentlichte Shirin 2015 gemeinsam mit Ado Kojo ihren ersten Song „Du liebst mich nicht“. Sie arbeitete von 2015 bis 2018 weiterhin an ihrer eigenen Musik, wusste laut eigener Aussage jedoch noch nicht, welche Musik wirklich zu ihr passe.

2017 trat Shirin dann als Jurorin bei Deutschland sucht den Superstar in Erscheinung und wurde so einem noch breiteren Publikum bekannt. Fünf Jahre später, 2022, sagte sie der Juryeinladung dann wegen mangelnder Diversität ab und entschied sich stattdessen für The Voice of Germany.

Nach vielen Produktionsversuchen im Hintergrund sollte ihre musikalische Karriere erst 2019 so richtig an Fahrt aufnehmen, nachdem sie bei Universal unterschrieb. Ihre Debüt-Solo-Single im Pop-Stil „Orbit“ im Januar 2019 wurde geradezu überschattet von der zweiten Single „Gib Ihm“, bei der Shirin eher auf Trap-Sound setzte und ein Musikvideo drehte. Der Song erreichte zwei Wochen lang Platz 1 der deutschen Charts und öffnete aus Shirins eigener Sicht die Türen für Female Rap in Deutschland. Auch das darauffolgende Debütalbum SUPERSIZE (2019) konnte Platz 1 erreichen – „Gib Ihm“ erreichte Platinstatus und „On Off“ mit dem französischen Sänger GIMS erreichte Goldstatus. Der Song „Nur mit Dir“ mit Xavier Naidoo wurde im Oktober 2020 aufgrund Naidoos anhaltender Kontroverse rund um Verschwörungstheorien offline genommen. Das Album wurde vor allem von den FNSHRS produziert und von Shirin David gemeinsam mit Chima Ede geschrieben.

Im März 2019 landete Shirins Stimme auf Shindys „Affalterbach“, der aus einer Session 2018 stammte. Die Veröffentlichung ohne Shirins direkte Zustimmung zog eine längere öffentliche Auseinandersetzung nach sich, später freundeten sich die beiden wieder an.

Nachdem auf SUPERSIZE vor allem mit „Gib Ihm“ vor allem der Rap-Sound Erfolg nach sich zog, näherte sich Shirin 2020 mit „90-60-111“, „HOWS UP G’S DOWN“ sowie ihren Feature-Parts bei Haftbefehl („CONAN X XENIA“) und Luciano („Never Know“) immer weiter der deutschen Rapszene. Die Texte ihrer Solo-Singles schrieb sie diesmal mit Bozza. Aus der Szene erhielt sie viel Kritik, da sie als YouTuberin einen leichteren Einstieg zu erfolgreicher Musik hatte, als es im Genre üblich ist, und zudem ihre Texte nicht alleine schreibt. Ihr wurde zudem oft Ghostwriting vorgeworfen – wobei die Kritik eigentlich auf Co-Writing abzielt, da Shirin mit ihren verschiedenen Autoren transparent umgeht.

Im Dezember 2020 erschien ihr Song „Babsi Bars“, der nachträglich auf Shirins zweitem Album Bitches brauchen Rap (2021) landen sollte. Wie der Name bereits andeutet, setzte Shirin hier ihren Rap-Sound fort. Shirin veröffentlichte vor dem Album drei Singles („Ich darf das“, „Lieben wir“ & „Be a Hoe/Break a Hoe“ mit Kitty Kat) – alle drei Singles landeten auf Platz 1 der deutschen Charts und wurden später mit Gold ausgezeichnet. Nachdem Shirin sich Ende 2020 mit Chima Ede zerstritten hatte, schrieb sie das zweite Album gemeinsam vor allem mit LAAS und teilweise Bozza. Die Produktionen stammten diesmal fast ausschließlich von young mesh, Juh-Dee und FRIO. Das Album erreichte durch die starke Konkurrenz von Adele und ABBA diesmal nur den dritten Platz der Album-Charts, war kommerziell jedoch insgesamt erfolgreicher als sein Vorgänger.

2022 war es musiktechnisch bis auf eine viel kritisierte McDonald’s-Kooperation ruhig bei Shirin David. Erst die Single „Lächel Doch Mal“ 2023 sorgte wieder für Aufsehen. Diesmal stellte Shirin ihren Feminismus nicht durch ihr freizügiges und selbstbewusstes Auftreten als Frau in den Mittelpunkt, sondern sexualisiert sarkastisch einen Mann in derselben Form, in der Frauen oft sexualisiert werden. Mit Platz 8 und nur vier Wochen in den Charts ist der Song verhältnismäßig eher gefloppt. Ende 2023 veröffentlichte Shirin gemeinsam mit Helene Fischer eine Neuauflage des Riesenhits „Atemlos durch die Nacht“ zum 10-jährigen Geburtstag und erreichte damit erneut Platz 1. Ende 2023 folgte ein Re-Release zu Bitches brauchen Rap, auf dem neben „Lächel Doch Mal“ zwei neue Songs und zwei Remixes enthalten waren.

Ebenfalls im Mittelpunkt stand für Shirin 2023 ihre erste eigene Tour, nachdem sie im Sommer beim Splash als Gastauftritt bei Haftbefehl das erste Mal auf der Bühne auftrat. Auf die Tour folgten 2024 dann viele Auftritte im Festivalsommer – sie trat bei nahezu allen großen deutschsprachigen Festivals als Headliner auf.

2024 entschied sich Shirin für einen neuen Stil und setzte mit der Single „bauch beine po“ auf einen poppigen, unbeschwerten Sound, der mit Goldstatus und Platz 15 in den Jahrescharts 2024 belohnt wurde. Auch die folgenden Singles („it girl“ mit Sampagne, „küss mich doch“ & „atzen & barbies“ mit Ski Aggu) folgten dem neuen poppigen Soundbild, das Shirin selbst als „ironischer, lustiger und ein bisschen kommerzieller und leichter“ beschrieb. Das Album sollte den Namen Schlau aber blond tragen und Anfang 2025 erscheinen. Erwähnenswert ist auch ihr Auftritt Silvester 2024 in der ZDF-Show „Willkommen 2025“, in der sie kurz vor Mitternacht als Headliner in Berlin auftrat.

Neben der Musik machte Shirin noch mit verschiedenen Dingen auf sich aufmerksam – unter anderem 2017 mit dem #CreatedByTheCommunity-Parfüm, 2019 mit dem Created-by-Shirin-Parfüm gemeinsam mit Douglas, 2021 mit ihrem eigenen Eistee DirTea sowie ihrem Erfolg in der Forbes-Liste und 2023 mit ihrem eigenen Podcast DirTea Talk.