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Power Plush

Auf der Überholspur in eine neue Ära: Power Plush lassen die wohlig verträumten Zeiten der “Coping Fantasies” hinter sich und fahren mit ihrer neuen Single “Crush” volle Fahrt voraus zurück in die Zukunft. Die Band, bestehend aus Svenja (Git., Vocals), Mia (Git., Vocals), Anja (Bass, Vocals) und Nino (Drums), hat dafür alles neu angestrichen, was man als Band so anstreichen kann: Sound, Optik, Themen. Alles neu, alles pink.

“Crush” erzählt die Geschichte erster queerer Erfahrungen – die erste richtige queere Schwärmerei, die einen zurück in die Teenager-Zeit versetzt (“Am I a teenager again?”) inklusive aller aufkommenden Zweifel und den ersten Malen, die dazu gehören. Sich in der Post-Adoleszenz nochmal dem naiven Verliebtsein hingeben und feststellen, dass man eigentlich ganz schön queer ist, aber es sich die meiste Zeit seines Lebens nicht eingestanden hat.

Das Musikvideo zur Single begleitet zwei Freund*innen, die sich in verschiedensten Konstellationen immer wieder treffen: zuerst bei einem Spaziergang, dann zu Hause und später auf einer Hausparty. Doch nie ist ganz sicher, unter welchen Vorzeichen die Begegnungen stehen – handelt es sich tatsächlich um ein Date oder ist es doch bloß ein platonisches Zusammensein?

Man spürt nach und nach, wie sie sich näher kommen. Es gibt kurze Berührungen, die teilweise zufällig und unbeabsichtigt passieren. Beide sind nervös, aber fühlen sich extrem wohl und zueinander hingezogen, ohne dabei diese eine entscheidende Frage gänzlich ausklammern zu können: empfindet mein Gegenüber das Gleiche? Ein wholesome Watch für alle queeren Mäuse, die sich zwischen rasantem Herzklopfen und kopfloser Schwärmerei manchmal ein bisschen lost fühlen.

Die Single markiert nicht nur den Auftakt eines neuen Power Plush-Gestus, es ist der Abschied von den Pastellfarben, dem verspielten Verschnörkelten, dem Subtilen. Stattdessen wird’s fetziger, frecher, verzerrter. Daran nicht ganz unbeteiligt ist Produzent Dennis Borger (u.a. Betterov, Paul Weber, Ronja), der die rockige Attitüde der Plushies auf einem ihrer Auftritte erspürt und sie infolgedessen ins Zerre-Bootcamp schickt, um den neu entfachten Spirit im Studio umzusetzen. Power Plush klingen nun greifbarer, verlassen ihre verträumte, beinahe utopische Welt und landen zurück in der Realität, die es mit all ihren Ecken und Kanten zu bewältigen gilt.

Durch das viele Live-Spielen haben die vier eine neue Identität geformt, sind reifer und selbstbewusster geworden indem, was sie verkörpern wollen: “Für uns fühlt es sich so an, als wäre das Power Plush-Universum gewachsen”, sagt die Band. Welche neuen, bisher unentdeckten Facetten es wohl noch zu offenbaren vermag?