Fernweh

By Texta

On SO ODER SO

Released on February 23, 2004

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(Rennie)

I bi ma ständig am irede, i geh einmol längr weg von do

Soana wo wedr mit dr Streetparade, no mit Beats und Raps wos goht

Wo i nöacher an Menscha bin als an Banka und Großkonzern

Unds Leben eher froh und farbig isch als kühl und hochmodern

Wo d'Lüt wenn´s an Job hän ehr glücklich als müad sind

Und nid ufraschten, wenn ufem Heiweg selta an Ampla grüa wird

Wos nid zwichtigscht isch, daß alles schneller goht und lichter fallt

Und noch vorn blicksch, au ohni dass AHV und IV zahlsch

(Flip)

Es zieht mich raus aus meiner Wohnung so wie Vögel Richtung Süden

Sitz zu lange schon im trüben Zimmer, Winterdepressionen ziehen vorüber

Wünsch mir grüne Hügel, Flügel die mich tragen

Zügelloses Leben, dass Erlebnisse sich überschlagen

Streck die Fühler aus, klau vom Horizont den Silberstreifen

Richtung Orient orientiert ins Morgenrot wie Pilgerreisen

Werd' die Sorgen los, kurios wie sich die Bilder gleichen

Denn fast jeder auf der Erde will 'n neues Ziel erreichen

(Huckey)

Ich will einfach einmal weg ohne zu wissen wo ich ankomm'

Nur mit Reisefieber als Ansporn mach ich irgendwo nen Neuanfang

So wie Robinson Crusoe auf einer Insel in der Südsee

Nur die Fische könnten rappen und der Wind wär' mein DJ

Wo immer ich hingeh' dreh ich durch wie Don Quichote von La Mancha

Kämpf' gegen Windmühlen nicht mit Pferd und Lanze sondern mit Panzern!

Ich als Double von Herrn Rossi, der sein Glück zu finden wähnt

Denn der Traum ist was bleibt und der Versuch ist was zählt!

(Chorus)

Ich träum' davon - einmal um die ganze Welt zu fliegen

Doch leider kommt's - dass wir doch in ünsri Gschäfti bliebn

Ich will weg - mich packt wieder mal das Fernweh

Doch das Fenster zur Welt - isch halt noch wie vur min Fernseh

Ich träum davon - einmal um die ganze Welt zu fliegen

Doch leider kommt's - dass wir doch in ünsri Gschäfti bliebn

Ich will weg - mich packt wieder mal das Fernweh

Doch ich sitz grad so bequem und blieb a liebr vor mim Fernseh

(Skero)

Ich tipp' nervös mit dem Finger auf den Globus, daheim in meiner Wohnung

Fast unendlich sind die Möglichkeiten, ich glaub' ich brauch' Erholung

Flugzeuge ziehen Schneisen über meinen Belagonien

Solang die Kohle noch nicht reicht, mach' ich Urlaub auf Balkonien

Weit bin ich noch nicht gekommen, in meinem kurzen Leben

Doch eigentlich muss es das Große auch im Kleinen geben

Alle Nationen sind vertreten in einer Stadt wie Wien

Ich geh' nur einmal um die Ecke und triff alles was es gibt

Von New York bis Mosambik

Ihr wollt alles exklusiv, 7 Tage Paradies

Zum billigsten Tarif

Ich blätter durch die Bücher und reis' in der Phantasie

(Cut - Dendemann)

Ständiges Warten kann einen lebendig begraben

(Laima)

Darum muss ich jetzt verreisen, hör den Flieger schon starten

Ich brauch 50 grad im Schatten, Hängematten, Badeschlappen

Brauch das alles aber schnell, denn ich kann nicht mehr länger warten

Ich muss weit weg, weit weg von diesem Scheißdreck, der mich einengt

Ich brauch andere Menschen, Mentalitäten und Kulturen

Andere Autos, andere Kleidung, Frauen mit anderen Frisuren

Denn ich liebe Orte ohne Telefone und Uhren

Irgendwo in den Bergen, ohne viel Menschen und Ärger

Spür das Leben hier stärker, weil ich hier wesentlich mehr hab

Hab hier hustlende Massen, die mir das Leben vermiesen

Taxilenker, Taschendiebe, schlaue Schwindler, Trickbetrüger

Und obwohl ich das weiß, muss ich jetzt unbedingt rüber

(Chorus)

(Flip)

Es ist nicht einfach wegzuziehen, die Wurzeln sitzen tief

Drum werden Ziele oft zum Hirngespinst, man bleibt dann lieber unter sich

Die Unvernunft wird eingedämmt, die Reiselust wird eingeschränkt

Der Ruf der weiten Welt verhallt im Eigenheim

Wo wir uns dann mit Träumereien die Zeit vertreiben

Bis uns die Sehnsucht wieder drängt

Und wir ihr letztlich folgen wie 'nem Stern am Firmament

(Rennie)

Ma üba Leit sich denkt wo anders zgoh, wo ni nid scho alles kennt

Und neui Sichtwiisa gwünna kann, anstatt Autos und Geld

Dr Summer länger aduurt als das eina Viartel vum Johr

Und d'Rescht davo nid wartscht und hoffst, dass s'Reisafiaber vergoht

Und jedn einzeln Obig viel zviel Energie ham zum ins Bett goh

Will d'Tag do mehr erleb und gsehn als andr blöden Expo

Wo man spürt, dass ma lebt und seine Ziit mit Menscha gnüßt

Obwohl ma nid ein Wort verstoht und man sich doch ind Herza schlüßt

(Huckey)

Ich düs' davon, und schicke Grüße wie Neil Armstrong vom Mond

Wie der Pabst küss' ich den Boden, denn ich bin der erste da oben!

Und vielleicht komm' ich auch zurück als Andreas Baader 2

Gründ die RAF neu und führ' sie Che-Guevara-like

Frag mich, ob all das was bringen könnte und denke: eigentlich Nein!

Vergiss die schönen Träume vorerst einmal und bleibe daheim!

(Cuts)

Ein Ausdruck von Eindrücken

Auf der Flucht ins Niemandsland

Ein Ausdruck von Eindrücken

Wenn ich durch die Welt lauf

(Chorus)