Baumhaus

By Sperling

On Zweifel

Released on August 7, 2020

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[Verse 1]

Seit dem ersten Wimpernschlag

Und dem ersten Ticken auf dem Ziffernblatt

Wie du da in der Wiege lagst wie im Winterschlaf

Erster Bauplatz, erste Steine, die ersten Zähne kriegen

Die ersten schweren Ziegel, die ersten Pläne für später schmieden

Und langsam еin Grundgerüst aufbauen

Utopische Gеdanken lösen sich langsam in grauem Rauch in jedem Raum auf

Und langsam nimmt es seine Form an

Diszipliniert und gehorsam

Du bist noch jung und gefällt es dir nicht, reiß es ein und fang wieder von vorn an

Du hast noch so viel Zeit und noch so viel Stein

Fester Boden und zugleich alles nach oben noch frei

Und die ersten Wände, die ersten Freunde fürs Leben

Das erste Dach über dem Kopf, der erste Schutz vor Feuer und Regen

Dein Fokus nähert sich dem Hintergrund bis die ersten Mauern verschwinden

Und dich irgendwas aus der Bahn wirft und der allererste Windstoß kommt


[Verse 2]

Und aus den ersten schwierigen Schritten entsteht ein Stockwerk

Steine und Holz so schwer, fühlt sich so an als ob alles Beton wär’

Immer noch mehr, immer mehr Dinge die schwerer sind

Inhaliere den Gegenwind – eines der wenigen Zeichen, dass wir noch am Leben sind

Der erste pochende Schmerz, der erste Notausgang

Das erste gebrochene Herz, der erste Stromausfall

Die erste Tür, die ins Nichts führt

Der erste Riss in den Wänden durch den du den Wind spürst

Alles hinwirfst, zerschmetter die Mauern bevor du erstickst hier


[Verse 3]

Aber atmen musst du, immer atmen musst du

Sonst wird es nur schlimmer – wie hinter Gittern

Du musst weiterbauen bei Sonne und Regen, Blitz und Gewitter

Zimmer für Zimmer

Ignoriere die schmerzenden Muskeln und bau etwas Helles im Dunkeln

Das erste Mal Akzeptanz, das erste Mal an den Grenzen ertrunken

Ein letztes Mal Tageslicht

Ein letztes Mal Hand an den Zement legen, bevor es zusammenbricht


[Verse 4]

Jetzt stehst du in den Trümmern – Beton, Holz und Stein

Alle Träume und Gebäude dem Erdboden gleich

Du allein entscheidest was du jetzt machst

Was fängst du an mit dem Platz den du noch hast?

Verbrenn die Trümmer, jede Sorge, jedes Bild

Alles was dich daran hindert, von vorne zu beginnen

Vergiss was war, schließ die Tür und schalt das Licht aus

Wir bauen etwas Neues aus dem Nichts auf