Auch wenn er glücklich scheint

Singt, spielt und lacht

Siehst du, dass er täglich heimlich weint

Und oft mit Pipi im Bett aufwacht

Ganz stolz ist, wenn das nicht so ist

Somit am morgen der Dusche entwischt

Die Treppen fröhlich hinabsteigt

Durch die Tür zum Essenssaal abzweigt

Platz nimmt am Frühstückstisch

Wo man typisch französisch nur Süßes isst

Honig oder Marmelade auf ne Scheibe Brot

Es in Milch tunkt wie ein kleines Boot

Denn beim Spielen vergisst er seine Not

Die hat er oft, sein Kopf wird schon bei Kleinigkeiten rot

Und dann schreit er laut mit Ausdauer

Und wenn du's ihm erklärst dann wird er auch sauer

Er will nicht ins Bett, will so gern länger

Und er beginnt ein Konzert ich glaub' er wird mal Opernsänger

Er liebt es mit Wasser zu spielen

Doch selten war es so, dass ihm die Augen zu fielen

Denn oft saß ich auf seinem Bett las Geschichten vor

Doch statt Schnarchen hört ich Lachen

In meinem rechten Ohr

Doch ich muss zugeben sein Fortschritt ist enorm

Das in vielerlei Form

Er schreit weniger, isst besser, ist größer als zuvor

Doch noch immer hilflos wie auf nem Teich der zufror

Vor einem Jahr ist er kurz vor mir hier angekommen

Was heißt angekommen man hat ihn seinen Eltern genommen

Zusammen mit seiner kleinen Schwester

Keine Freude als man den Schwangerschaftstest sah

Sie ist süß oft singt sie Lieder mit ihrer rauen Stimme

Aber ich merk hin und wieder in ihr steckt auch ne Schlimme

Bei Büchern hat sie viele Seiten eingerissen

Hört nicht auf ihre Eltern schlägt sie, schlägt Kinder

Einmal hat sie eins Gebissen

Frag mich mit wievieln Jahren bekommt man ein Gewissen

Natürlich weint sie manchmal, doch ihr Lächeln

Lässt dich alles vergessen

Und das weiß sie geschickt einzusetzen

Schau sie ist unglaublich niedlich

Man versinkt in ihren blauen Augen, so friedlich

Sie strahlen so viel Freude aus

Doch spiegeln ihre Trauer auch

Verständlich

Papa hat sich von Mama getrennt wich

Ein Stück aus ihrem Leben

Ein bisschen später musste sie auch ihre Mama hergeben

Statt Eltern gab's Erzieher

Eine Erzieherin erkannte ihren Papa wieder

Er war vor ihr im gleichen Kinderheim

Ist es ein ewiger Kreis ich hab Lust zu schreien

Man ist das krank wir reden doch nicht von Abschreibungen

Ihre Mutter hat nach den beiden wieder 2 Abtreibungen

Und doch

Die Art wie die Kleine lächelt und spricht

Alleine ein Lächeln genügt, dass die Distanz bricht

Die war Anfangs da zwischen mir und ihr

Gefällt nicht die Art wie ich sie aufziehe

Die Sprachbarriere lag anfangs vor mir

Ich glaub sie hatte anfangs Angst vor mir

Ich bin nunmal dreimal so groß wie sie

Doch später saß keiner so oft auf meinem Schoß wie sie

Jetzt werd ich still, wenn sie sagt „du bist Mon cherie“

Das heißt soviel wie mein Schatz

Eigentlich viel bedeutend so ein Satz

Doch ich wusste von Anfang an begrenzt ist hier mein Platz

Doch nicht der Platz in meinem Herzen

Als würd ich mit den beiden gerade essen

Hör ich sie noch einmal "Schmatz Schmatz"

Ich erwider es und leg so viel Hoffnung wie ich kann in jeden Kuss

Ich schau in ihre Augen wünsche mir zu bleiben

Doch weiß das ich neue Wege gehen muss