Herbstanfang

By Rotten Monkey

On Akrasia

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[Part 1:]

Ich geh mir selber aus dem Weg mein Kopf ist voll von losen Enden

Aber wenn ich Texte schreib dann schürf ich Gold mit bloßen Händen

Baller Mixtapes raus am Fließband wie im Kampf gegen mich selbst

Und seh kein Unterschied in dem was du für antithetisch hältst

Glaub mir einiges ist wahr davon, manches ist erfunden

Und bei vielem ist es so, dass ich es nicht mehr so ganz weiß

Yo mein Rapstil ist wie Marathon in zweieinviertel Stunden

Mit Juwelen auf dem Panzer oder ist es bloß der Schweiß?

Hä? Egal, eines Tages werde ich auch das noch schaffen

Frag mich ruhig, wenn du mich siehst, ich werd mich schämen, wenn ich kneif

Ich brauch den Druck, um vor mir selber zu bestehn aber ich lache

Über mich und über alle die verstehen was es heißt

Ich bin Narzisst und zugegeben ziemlich unzufrieden

Wenn ein Mädchen gut zu mir ist seh ich keinen Grund zu lieben

Was nicht heißen soll, dass es nicht hin und wieder mal passiert

Bis es nicht mehr viel zu reden gibt und man sich massakriert

Aber liebevoll ...


[Part 2:]

Yo, als ich so 15 war kapierte keiner meine Weitsicht

Meine Welt sah aus wie Einheit 731

Und ich mache kein Geheimnis draus, ich lernte die Lektion

Wenn auch mit Klinge und mit Drugs und geistiger Vivisektion

Ich bin Affenkopf und für mein Taktgefühl beliebt

Der inbegriff kranker Romatik, auch wenns keine andere gibt

Zu deep um groß zu denken und zu blöd um viel zu reden

Aber gut genug um jederzeit beim Sport alles zu geben

Und daneben gibt es noch paar Sachen die mir wirklich Freude machen

Gute Freunde, gute Beats und Raps und wenn die Leute lachen

Statt sich abzufucken und zu jammern ohne Grund und so

Wehleidigkeit und Wohlstand sind doch Brüder, wie Vernunft und Tod

Lieber gesund und grob gestrickt, als so wie Nietzsche

Zwar brilliant, aber gedemütigt im Körperlichen, siehste

Selbst die tiefste Selbsterkenntnis ist das Wort nicht wert, das sie verklärt

Jetzt Augen auf und Zähne zusammenbeißen, bis der Kiefer schmerzt


[Part 3:]

Wieder mal Herbstanfang, ich häng am Rhein und in Gedanken

Alles was ich glauben will gerät grad wieder mal ins Wanken

Nichts zu danken, keine Bitten auszusprechen, nichts zu stechen

Und natürlich auch schon wieder viel zu lange nichts gegessen

Blätter fallen - keine Panik, keine Ahnung was noch kommt

Ich versuch an nichts zu denken und versage auch noch prompt

Mal wieder viel zu sensibel, ich versuch gelegentlich

Mir das auszutreiben blöd ist nur ich bin dann nicht mehr ich

Ich seh die Wahrheit nicht als Pflicht, höchstens so was wie Wahrhaftigkeit

Die Bude sauber halten und minutenlange Fastenzeit

Von jetzt auf gleich krepieren oder glücklich sein mit Leuten

Die ich vorher nie gesehn hab, mit Familie und mit Freunden

Zugegeben viele hab ich nicht, verlässlicher Kontakt

Lässt sich nur aufrecht halten wenn man auch mal richtig Abstand hat

Und wo die ständige Verbesserung der eigenen Person

So ne zentrale Rolle spielt, muss sich das irgendwie auch lohnen

Ne Spaß. Spaß, Spaß