Released on May 14, 2021

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Er pustet Ringe mit dem Rauch

Guck‘ ihm hinterher und dann verschwinden sie im Raum (Raum, Raum)

Und ich wünschte, ich könnt’s auch

In Luft auflösen, aus dem Labyrinth hier raus (raus, raus)

Ich mach‘ Zucker in mein‘ Tee

Guck‘ ihm hinterher, wie er zu Boden untergeht

Und ich überleg‘, wie es wär‘, wär‘ ich er

Und in ein paar Sekunden nich‘ mehr zu seh’n

Doch ich bin im hier und jetzt

Und diese Stadt is‘ ein riesen Stress

Und vielleicht würd‘ ich gehen, wenn sie mich lässt

Doch Berlin is‘ kalt und ich friere fest, man

Bin am Kotti, geh‘ die Treppen rauf

Kalte Tage, kaltes Licht, kalter Zigarettenrauch (Rauch, Rauch)

Augen, die traurig an die Decke schau’n

Hände, die zittern, als ob er Tabletten brauch‘

Denn seine Narbe fängt am Bauch an

Und sie endet erst am Knöchel (Knöchel, Knöchel)

Ich hab‘ ihn nie gefragt, wann und wie das war

Ich weiß nich‘, ob er’s möchte

Lieber ein Andermal, ja

Meine Freunde aus dem Tschad sind da

Sie unterhalten sich auf Dazaga

Es geht um Behörden und um Anwaltskram

Und manchmal helf‘ ich übersetzen

Und dann les‘ ich den Beschluss vor und komm‘ selbst an meine Grenzen

Wie erklärt man diese dreckigen Gesetze?

Es gibt nix auf dieser Welt, das so hässlich is‘, wie Menschen

Ich werd’s nie versteh‘n

Eigentlich hab‘ ich viel geseh‘n

Aber weiß nich‘, was ich tun würde, an ihrer Stelle, in ihrem Leben, ja (ja, ja)

So viel Dreck, Gewalt, Streit und Wut

Doch ein Tag nich‘ hier, is‘ kalter Entzug

Es fühlt sich immer an, als verpasst man was

Dabei ändert sich nix, langsam hass‘ ich das

So viele Schicksale prall’n nie aufeinander

Aber jeder is‘ alleine, jeder ein Gefangener

Wie beim Imbiss, wo du am liebsten isst

Willst du nicht wissen, wie es hinter den Kulissen wirklich is‘

Ich hab ihn lange nich‘ geseh’n, seine Nummer geht nich‘

Ich hoff‘ es geht ihm gut, wo auch immer er is‘

Alles kommt, alles geht

Nie bleibt was für immer (immer, immer)

Alle paar Wochen häng’n hier wieder neue Bilder

Früher war ich jeden Tag hier

Heute komm‘ ich immer seltener

Ich kannte eine Zeit lang jeden, der hier mal gekellnert hat

Und saß hier mit sehr guten Freunden an ‘nem Tisch

Die es heut‘ nich‘ mehr sind oder heute nich‘ mehr gibt (nich‘ mehr gibt)

Richtung Sonne, durch die Regenzeit (Regenzeit, Regenzeit)

Wilkomm’n in der Ewigkeit

Gesichter verschwinden, die Gegend bleibt

Du kannst die Geschichten nich‘ erfinden, die das Leben schreibt (schreibt, schreibt)

Richtung Sonne, durch die Regenzeit (Regenzeit, Regenzeit)

Wilkomm’n in der Ewigkeit

Gesichter verschwinden, die Gegend bleibt (Gegend bleibt, bleibt)

Du kannst die Geschichten nich‘ erfinden, die das Leben schreibt (schreibt, schreibt)

Richtung Sonne, durch die Regenzeit (Regenzeit, Regenzeit)

Wilkomm’n in der Ewigkeit

Gesichter verschwinden, die Gegend bleibt

Du kannst die Geschichten nich‘ erfinden, die das Leben schreibt (schreibt, schreibt)

Richtung Sonne, durch die Regenzeit (Regenzeit, Regenzeit)

Wilkomm’n in der Ewigkeit (-keit)

Gesichter verschwinden, die Gegend bleibt (bleibt)

Die Welt is‘ leider nich‘, wie Café Kotti

Und ich nich‘ auf Knopfdruck zufrieden, wie ein kleines Tamagotchi

Früher zweifelte ich, ob’s ihn gibt

Heute weiß ich, dass Gott mich sieht

Wer auch immer, wo auch immer, was auch immer das is‘

Egal, wie viel Dunkelheit, da is‘ immer auch Licht

Ich glaube nich‘ an’s nichts, man, wie traurig wär‘ dis (dis)

Denn manchmal regnet’s Scheiße, manchmal Weihwasser

Ich war Beifahrer, Autounfall, kein Kratzer

Stand sogar in der Zeitung damals

Und ich hab‘ mich paar Sekunden davor erst angeschnallt

Oder als mein Nachbar, als das Haus brannte, rechtzeitig wach war

Ich bin noch hier und ich bin dankbar, wenigstens manchmal

Viel erlebt, viel mehr als manch and’rer

Aber and’re haben noch viel mehr geseh’n

Haben Hunger, haben Krieg und das Meer erlebt

Haben die Wüste und die Lager und den Knast geseh’n

Und ihre Kids nur per Webcam aufwachsen seh’n

Sie hab’n Flashbacks im Kopf, von all der Gewalt

Jedes Mal, wenn Silvester ein Böller knallt (knallt)

Doch hier sind wir alle gleich

Jeder am selben Tisch und die Tassen voll Çay (Çay, Çay, Çay, Çay, Çay)