Backgammon

By Prezident

On Zehnte

Released on May 27, 2010

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[Part 1: Prezident]

Rendezvous mit Joe Black, doch er ähnelt mehr John Malkovich

Augen, denen nix entgeht, verraten nich', wie alt er ist

Und er hat immer was zu tun, aber sobald er sich

Für dich entscheidet, sei dir sicher, findet er auch Zeit für dich

Ich traf den Tod an einem schwülwarmen Frühlingsabend

Einer von den fünf schönen Tagen, die wir hier so haben

Schon mittags hat es mich ins Grüne gezogen

Und ich lag da, selig blau vom französischen Roten

Lag im Park auf der Hardt und verbrachte dort den halben Tach

Kam ich mir vor mit fünfundzwanzig wie 'n geiler alter Sack

Linste nach Hippiegören, die ich gern ma' ficken würde

Mir fiel Bukowski ein, Bukowski hat einmal gesacht

Mit siebzig Jahr'n ein Mädchen, das siebzehn ist, im Bett zu haben

Fühlt sich sehr so an, als würde man dem Tod 'n Schnippchen schlagen

Ich aß den Tag über nich' wirklich was, ich trank nur

Gemächlich, doch verdammt stur und stetig wie 'ne Sanduhr

Smalltalk mit flüchtigen Kollegen, nix dagegen, denn

Sie alle gingen früher oder später ihrer Wege

Gegen zehn war die zweite Flasche leer und ich ging heim

Da saß am Fuß der Hardt Gevatter Tod auf einem Stein

Und ich dachte, hey, den kenn' ich doch und kaum, dass ich's gedacht

Saß ich im Gespräch mit ihm da draußen in der Nacht

Zu blau, um wirklich zuzuhören, wir spielten nebenbei

Backgammon - er spielte mit schwarz, wie man's vermuten würde

Und ich machte ein' auf oberschlau, zugegeben

Glück im Spiel, loses Maul, sowas eben, sprach, dass

Das Leben eine Hure sei, mag meinetwegen stimm'

Doch die größte Hure bist doch du, der einfach jeden nimmt

Er fands nich' witzig, d'rauf geschissen

Mit großem Glück hab' ich zwei seiner Steine rausgeschmissen

Dicht gemacht, das Spiel für mich entschieden, da pfiff er die

Melodie von Fucking You Tonight und mir wurd' kurz 'n bisschen übel

Ich stand auf, ging die Straße lang, die bis zu meinem Haus führt

Und hörte dieses Pfeifen bis kurz vor meiner Haustür

Boah, wo is'n mein Schlüssel?

(Fuck, alter)


[Part 2: Antagonist]

Ich ließ den Wagen an, immer noch rasend, ohne jeden klaren Gedanken

Nur dem starken Drang, am nächsten Straßenrand zu parken

Pustete Rauch in den warmen Abend, doch es war zu meinem Schaden

Bei den Paras, die mich danach überkamen

Mein selbstgerechter Pathos wurde Scham, zeigte herzlos

Wer ich war, ein schockstarrer, armer Arsch, die Dinge waren

Grausam klar, alles war vertan, weil ich sah

Wie unsere kleine Welt hinter ihren Augen zerbrach

Ich pumpte Undying Love von Nas, fühlte mich wie der

Tragische Held meines eigenen Dramas und trat aufs Gas

Wünschte mich in ihren Arm, ließ den Fahrtwind meine Stirn kühl'n

Noch ganz zittrig vor Wut und dem Tabak aus der Tüte, spürte

Wie kleine Wunden an meinen Knöcheln brannten

Von dem rettenden Schlag gegen ihre rau verputzte Wand

In ihrem Gesichtsausdruck stand Angst, wie kann es soweit kommen?

Wie wird Liebe zu 'nem Boxkampf ohne Gong?

Sauber reingesteigert, ich dachte an Freiheit

Dachte ans Alleinsein und andere gefühlsschwangere Scheiße

Was, wenn nix bleibt als von dem, was man verloren hat, zu reden

Ich hab' keine Angst zu sterben, nur noch Todesangst zu leben

Und jetzt labern mich Psychiater zu, von wegen Hilferuf per

Selbstmordversuch und dem Typen, den ich überfuhr

Stellen ihre Diagnosen, denn scheinbar ließ ich das Lenkrad los

Und ging bei voller Fahrt in Denkerpose

Weiß der Henker, irgendwie kam ich halt von der Straße ab

Und plötzlich stand er da, kaum zu sehen in der Nacht

Kapuze auf, leicht gebeugt, und kramte in seiner Tasche

Kurz bevor sein Schädel an der Hauswand hinter ihm zerplatzte