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[Songtext zu „Der Wolf“]


[Strophe 1]

Ganz hinten in dem klanen oidn Tiergortn

Wo die Viecher ganz besonders traurig schaun

Do lebt, mir scheint scho ewig

In an dunklen engen Käfig da oide, räudige Wolf

An Hosn und an Tanzbärn hot er dort ois Nochbarn

Da oide, räudige Wolf


[Strophe 2]

Den meisten Ärger hot er mit dem Hosn

A Vegetarier, nu, was willst no mehr?

Das Gfrast schimpft immer umi

Is frech und zeigt die Zunge

Dem oiden, hungrigen Wolf

Ja, hinter einem Gitter san die Hasen sogar sicher

Vor an oiden, an hungrigen Wolf


[Strophe 3]

Mit dem Tanzbärn kann er leider a net reden

Wie der no Tango tanzt hod, da wor's no net so schlimm

Seitdem man Schwanensee probiert

Und den Spitzentanz studiert

Da wern die anderen Viecher olle ignoriert

Er ist zu jedem präpotent, der die Pawlowa ned kennt

Was soll er mochn, der oide, blöde Wolf?


[Strophe 4]

Am Sonntag kumman oft a Haufen Menschen

De schaun eahm dann durch's Gitter deppat an

Dann schimpfen's fürchterlich und spucken eahm ins Gsicht

Weil er de Geislein gfressn habn soll

Ja, den Hosn, den ham 's gern

Da capo schrein 's beim Bärn

Er hod 's ned leicht, der oide, schiache Wolf


[Strophe 5]

Und amoi in da Wochn, jeden Freitag

Da wird er vom Wärter dressiert

Mit 'n Schwanz muss er dann wedeln

Und des Pfoterl muss er gebn

Der arme, oide Wolf

Amoi hot er bissn

Drauf ham s' eahm de Zähn aus 'm Mei ausigerissn

Dem oiden, armen Wolf


[Outro]

Nur in da Nacht, so zwischn elfi und halb zwölfi

Da singt er dann zum Mond das Lied der Wölfe

Dort, wo da Regn ned bitter schmeckt

Dort, wo die Nacht die Zigeuner versteckt

Dort, wo die Sunn deine Wunden heilt

Dort is des Land, das Freiheit heißt

So glaubt er, da oide, blöde Wolf

Dort, wo der Sturm de Bamspitzen quölt

Dort, wo der Wind kane Liagn dazöhlt

Dort, wo a Viech ka Gitter kennt

Dort is des Land, das er Freiheit nennt

Da oide, räudige Wolf

Da oide, räudige Wolf