Released on October 22, 2018

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[Verse 1]

Hörst du die Bagger, die den Kiez erschüttern?

Sie bauen ein neues Paradies für Biomütter

Lichtdurchflutet, mit viel Platz für Agenturensöhne

Hier war ja nur 'n Park und so ’ne Brache, pure Ödnis

(Schau mal) Dieses Viertel wird jetzt aufgewertet

Lasst sie bauen bis die letzte freie Fläche ausgemerzt ist

Die Straße wird erstrahlen im Glanz der Stahl- und Glasfassaden

Eine Oase ohne Makel, ein urbaner Hafen

Für die Seelen derer, die die Lage auch verdient haben

Mit Garagen für die zwei privaten und den Dienstwagen

Gut geschützt durch Zäune, Schranken und Security

Und Kameras zum Minimieren der Angst in der Community

Ein Hort von Abgeschiedenheit im Duft der Metropole

Ein Hauch von Szene liegt noch in der Luft wie Pheromone

Eine Idee von Mut und Wagnis, die das Chi beflügelt

Nur dass hier immer noch so Türken wohnen ist ziemlich übel


[Chorus]

Kauft euch die Stadt, macht sie lebenswert

Wohnen wie ein junger Gott direkt am Szenenerv

Wo gehobelt wird, verhält sich's wie im Sägewerk

Wo Späne fallen, muss sie halt jemand von den Wegen kehren

Kauft euch die Stadt, macht sie lebenswert

Wohnen wie ein junger Gott direkt am Szenenerv

Wo gehobelt wird, verhält sich's wie im Sägewerk

Wo Späne fallen, muss sie halt jemand von den Wegen kehren


[Bridge]

Ist es nicht schön wie die Kräne sich drehen

Und Paläste entstehen

Die so prächtig aussehen im Vergleich zu dem Rest

Endlich ist die peinliche Freifläche weg

Trotzdem machen so ’n paar Kleingeister Stress, ich versteh's nicht

Vorher war die Gegend doch voll dreckig und pekig

Schau dir die Gebäude an, perfekt und für ewig

Der Herr hat den Kiez mit Investments gesegnet

(Voll geil, Alter)


[Verse 2]

Investitionen, fallera falleri

Endlich gibt es hier auch was für exklusive Galerien

Sterile Räume zur Finanzwerdung von Fantasie

Und die, die die Kunst erschaffen, können dann weiterziehen ins Randgebiet

Schicke Sakkos über lange Schals in anthrazit

Die Coca-Briefchen werden ausgepackt und der Champagner fließt

Die Prominenz sagt 'Cheese' ins Objektiv des Szenemagazins

Die Kette von Nathalie ist doch wieder mal viel zu plakativ

Und dieses Kleid zu diesen Ballerinas, fast schon Blasphemie

Die Blicke voller Verachtung und lang antrainierter Apathie

Und ihr Parfum ist wieder mal ein My zu aggressiv

Jan hat für jedes Kunstwerk ein abstraktes Adjektiv

Er fasst perfekt in Worte, was im Auge des Betrachters liegt

Und denkt sich, sein Gesabbel wirkt auf Katharina attraktiv

Doch Katha, die ist leider schon in Jacques verliebt

Und wirft ihm flackernde Blicke zu, die leuchten wie 'ne Galaxie

Aus den Boxen plätschern minimale Klackerbeats

Vom DJ, der sich selbst als megakrassen Macker sieht

Taucht hin und wieder hinter seiner Technik ab, um was zu ziehen

Und feiert sich, weil er danach dann fast die gleiche Platte spielt

Seine Eier platzen fast in seiner Knackejeans

Ein stark geschminktes Fast-noch-Teenie kreist um ihn wie 'n Satellit

Sie hat den Blick auf seinem Sack und sabbert fast vor Appetit

Und nicht einmal seine verkackten Übergänge überschatten dies

Sie weiß, dass er ihre Möpse wackeln sieht

Und Mister DJ freut sich, dass es heut noch was zu knattern gibt

Er malt sich aus, wie sie nachher vor ihm auf der Terrasse kniet

Und er ihr sein Glied mit Schmackes in die Klappe schiebt

Und dann von hintern klackert, bis die Kleine wie 'ne Ratte quiekt

Sich später dann fühlt wie 'n Pascha, während sie nackt auf seiner Matratze liegt

Sich noch was vom teuren Weiß in die Synapsen schießt

Den Würgereiz im Rachen locker mit ’nem Schnaps besiegt

Dann wieder rauf auf die Dame mit aufgeladener Batterie

Auch wenn das Ding zwischen seinen Beinen langsam nach Chappi riecht


[Interlude]

Und das Ganze geht dann in etwa so lange weiter bis es Mittag ist

Und er dann nach unten geht in den extrem fancy Coffee-Shop

Um sich mit seinen Homies zu treffen und einen acht Euro teuren Smoothie zu trinken


[Chorus]

Kauft euch die Stadt, macht sie lebenswert

Wohnen wie ein junger Gott direkt am Szenenerv

Wo gehobelt wird, verhält sich’s wie im Sägewerk

Wo Späne fallen, muss sie halt jemand von den Wegen kehren

Kauft euch die Stadt, macht sie lebenswert

Wohnen wie ein junger Gott direkt am Szenenerv

Wo gehobelt wird, verhält sich's wie im Sägewerk

Wo Späne fallen, muss sie halt jemand von den Wegen kehren


[Verse 3]

Yeah, endlich bauen sie wieder mal Mauern

Die dieses Mal aber auch lang überdauern

Genieße den Zauber der Sauberkeit, schau mal

Wie alles da wächst mit unglaublicher Power

Die Riesenmaschinen, die alles planieren

Und zubetonieren sind faszinierend

Ist es nicht toll wie jetzt alles glänzt

Und einige Leute noch was verdienen?

Gebt den wohlgeratenen Kindern ’nen sicheren Platz zum Spielen

Wir können doch unsere Stadt nicht an das Pack verlieren

Endlich kehrt wieder Sicherheit ein

Und für sowas sind halt auch mal Zäune vonnöten

Ich spiegel mich in der Fassade aus Glas

Und sehe mich selber vor Freude erröten


[Chorus]

Kauft euch die Stadt

Kauft euch die Stadt

Kauft euch die Stadt

Kauft euch die Stadt

Macht sie lebenswert

Kauft euch die Stadt

Kauft euch die Stadt und macht sie lebenswert

Kauft euch die Stadt

Kauft euch die Stadt

Kauft euch die Stadt

Kauft euch die Stadt

Macht sie lebenswert

Kauft euch die Stadt

Kauft euch die Stadt und macht sie lebenswert


[Outro]

Ich traf sie an der Media-Spree

Genau da, wo die Szene lebt

Ich nahm sie mit hoch auf mein Loft

In das schicke Separee

Bei mir läuft's, Digga

Und das soll auch bitte jeder sehen