Aufenthalt

By Frustra

On Melancholie

Released on December 7, 2014

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Und von wegen, ich hab alles was ich brauch’

Ich brauch’ Frieden, doch ich hasse diesen Traum

Ich brauch’ Liebe und verlasse dieses Haus

Und seit gestern, geh’ ich ohne Waffe nicht mehr raus

Ich beweg' die Sonne. Ihr könnt mir nix nehmen

Denn was mir fehlt, hat mir Krebs genommen

Ich seh’ verschwommen und mache meine Augen zu

Gib mir ein paar Minuten um mich auszuruhen

Und ich fühle es im Bauch, ich rappe gar

Nicht mehr – lass’ Gefühle freien lauf

Kann den Lügen nicht mehr trauen und meine Weste

War mal weiß, ich kriege diese Flügel nicht mehr auf

Bin der Gleiche nicht mehr, immer noch nicht reich

Bin reich an Ideen, doch ich schreibe nicht mehr

Ich hasse die Welt. Aber meine Mama sagt:

„Geld ist nicht alles“, doch „alles ist Geld“ – Mama

Refrain:

Ich halt’ die Zeit an, denn ich will draußen sein

Brauch den Scheiß und ich renne durch Raum und Zeit

Was für ne kranke Welt, in dem der Glaube teilt

Leb’ in einer Welt mit unbefristetem Aufenthalt

Ich bin Türke in Deutschland und ich werde nicht gehen

Ihr könnt euch wehren, doch alles nicht aus meiner Sicht sehn

Als hättet ihr Augenklappen. In diesem System

Bin ich Fremd, obwohl ich hier aufgewachsen bin

Ich mein es ernst, deshalb spitt’ ich aus dem Bauch

Hier ist Minimum zwei Geschwister in ’nem Raum

Und kein Scherz: wo ich wohne ist die Wohnung zu

Klein, weil für ne Größere die Kohle nicht reicht

Und ich weiß, dass du verstehst. Da wo ich her-

Komme arbeiten alle, damit Einer zur Schule geht

Und in Deutschland will keiner zur Schule gehen

Zu Viele von uns haben kein Abitur gesehen

Hier nicht Deutsch, dort bin ich kein Türke

Ausländer sein heißt: Leben zwischen zwei Stühlen

Keine Lüge, denn hier sind Sorgen groß

Würd ich heut’ nicht rappen, wär ich morgen tot