Mädchen

By Caput

On Wortgewandt

Released on June 30, 2017

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[Intro]

Yo, das hier ist die Story von ei'm Jungen!

Von ei'm Jungen, der es nicht leicht hat

Pass auf!


[Part 1]

Sein Vater verließ die Familie, als er vier war

Ließ sie zurück, außer ihm ließ er nicht viel da

Ein altes Saxophon, verrostet, verflucht, hat es oft versucht

Aber konnte es nicht gut, er war kein schlechter Kerl

Das Schlimmste, was er jemals tat

War, dass er ihm als Vornam'n den Namen Mädchen gab

Dachte wohl, das wäre witzig, was soll er machen?

Egal wem er sich vorstellt, es brachte sie zum Lachen

Sein ganzes Leben lang musste er kämpfen für Erfolg

Denn nachdem sie's wussten, nahmen die meisten Menschen ihn nicht mehr für voll

Ein Mädchen lacht und er wird rot

Ein Junge lacht, er schlägt ihn tot

Stell dir vor wie tagtäglich immer mehr dieser Szene entstanden

Es war nicht leicht für den Jungen, den sie Mädchen nannten

Er wurde schnell erwachsen, lernte damit umzugeh'n

Seine Fäuste wurden fest und er fing an sich umzuseh'n

Beschloss den Mann zu finden, der ihm diesen dummen Namen gab

Ihn zur Rede zu stellen, zu fragen, warum er es tat

Irgendwann kam er in Frankfurt an, eine Woche Aufenthalt

Kam mit kleinem Koffergepäck und ei'm trocknen Hals

Also ging er in ein Café und rate mal, wen sollte er da seh'n

Links an der Theke am steh'n

Gab kein Zweifel, niemals, er wusste, dass er's war

Wegen dem alten Foto mit Kaffeeflecken, das die Mutter mal gab

Als er ihn sah, mischte sich Glück mit Kummer

Und es lief ihm eiskalt den Rücken runter

Er sagte: „Hallo, mein Name ist Mädchen!–

Und ich hab wirklich sehr lange darauf gewartet, dir zu begegnen!“

Aber dann konnt' er nicht anders und er gab ihm 'ne Faust

Er ging zu Boden, aber stand irgendwie sofort wieder auf

Er zog ein Messer, fuchtelte rum

Schnitt ihm dabei ein Stück vom Ohr ab, alle guckten, denn es kullerte herum

Also nahm er ein'n Stuhl, schlug auf ihn ein, er strauchelte kurz

Sie kämpften und fielen zusammen durch's Schaufenster durch

Auf der Straße ging's weiter, was für ein verrückter Kampf

Hat gegen Stärkere gekämpft, aber wüsste nicht mehr wann

Er trat wie ein Esel, biss wie ein Hai

Es ging ständig hin und her, doch beiden knickten nicht ein

Dann zog er ein'n Revolver und die Hände gingen hoch

Es war vorbei, er sagte nachdem er ihn anlächelte:

„Sohn, diese Welt ist hart, ich wusste, wie's endet und suchte nach Ersatz

Auch wenn du diesen Namen hasst, er hat dich stark gemacht

Nur wegen ihm hast du ein dickes Fell

Und kämpfst auch dann, wenn sich zehn Leute gleichzeitig gegen dich stell'n

Wollte es nur zu deinem besten tun, ich weiß genau, du hasst mich

Und du hast sogar das Recht dazu

Hier nimm den Revolver, töte mich, ich gebe dir die Wahl

Und wenn du's machst, versteh' ich es sogar

Doch vorher dank mir für die Kraft in deinen Arm'n

Das Feuer in deinen Augen

Wegen mir weißt du, egal ob andre Leute an dich glauben!“

Er ließ die Waffe jetzt fall'n, hat ihn verschont

Nannte ihn „Vater“, er nannte ihn „Sohn“