[Songtext zu „Virtuelle Welt“]
[Intro]
[Armin Wolf]
Dass das dauernde Surfen in der virtuellen Welt der Friends und Followers genauso süchtig machen kann wie Rauchen oder Trinken? Und zwar ganz streng im medizinischen Sinne, also krankhaft abhängig, das ist dann vielen doch nicht bekannt
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Wenn du ständig online bist, merkst du gar nicht mehr, wie viel Zeit du dort verbringst
[Alexandra von Mersi]
Über hundert Facebook-Süchtige werden an dieser Klinik in London jährlich behandеlt
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Guck ich zwischendurch, was so los ist und hier zuhause ist еigentlich Facebook dauer-online
[Part 1: Blazin'Daniel]
Lieber nachdenklich sein als überhaupt nicht nachzudenken
Lieber ganz allein als meine Zeit mit euch in Bars verschwenden
Sorry, doch ich wollte nie einer von so Menschen sein
Deshalb war ich nie ein Teil in eurem engsten Kreis
Unsre Welt besteht darin, online dazusein
Ist das echt die neue Welt? Ich seh' hier mehr schwarz als weiß
Ich soll liken, damit so ein Spast mir auf die Pinnwand schreibt
Den ich überhaupt nicht kenn'? Sag, wo liegt der Sinn dabei?
Ich will kein'n „Du bist“-Satz lesen, ich will nicht mit Kindern reden
Ich versuche, meinem Leben einfach einen Sinn zu geben
Facebook – lauter kranke Menschen, die in ihren Zimmern sitzen
Von der Welt entfremdet und sich Herzen auf die Pinnwand kritzeln
Sag mir, wann hat dich das letzte Mal wer angerufen?
Wann stand jemand vor der Tür und wollte dich spontan besuchen?
Heh? Früher war das gang und gäbe
Heut bestimm'n rote Zahl'n bei Facebook unser ganzes Leben
[Hook: Blazin'Daniel]
Facebook, Ist das noch normal für dich?
Du kannst nicht klar denken, weil du nicht merkst, wie verstrahlst du bist
Virtuelle Welt, du bist gefang'n im Cyberspace
Space, ein Ort, an dem's nicht weitergeht
Hilf dir endlich selber und schalt die Geräte aus
Rechner, Apps und Handys sind nicht das, was du zum Leben brauchst
Facebook ist 'ne Illusion, in der wir uns zurückziehen
Doch ich seh' nicht zu wie andre Menschen mit dei'm Glück spiel'n
[Part 2: Blazin'Daniel]
Du bist froh, dass du jetzt Freunde hast, virtuell sind alle da
Du lebst jetzt per Mausklick, die Hand ist meistens kalt und starr
Du gehst kaum noch raus, und wenn, hast du dein Handy mit
Damit, wenn du's bist, es für jeden auch erkenntlich ist
Postest immer mehr und willst Aufmerksamkeit
Und klickt keiner „Gefällt mir“, wirst du traurig und weinst
Klar ist alles freiwillig, doch sobald du einwilligst
Bist du im System und sitzt in 'nem scheiß Käfig
Kinder auf dem Spielplatz, sowas siehst du heute nie
Damals hieß es: Diddl-Blätter tauschen und mit Freunden spiel'n
Ist das noch normal? Habt ihr es schon akzeptiert?
Denkt ihr, ihr könnt eh nichts ändern? Deshalb sagt ihr, lassen wir's?
Menschen sind erkrankt an Medien und modernen Drogen
All das, was wir früher hatten, hat heut seinen Wert verloren
Muss mich damit abfinden und mich der Zeit anpassen
Denn ich weiß, dagegen anzukämpfen wird mich krank machen
[Hook: Blazin'Daniel]
Facebook, Ist das noch normal für dich?
Du kannst nicht klar denken, weil du nicht merkst, wie verstrahlst du bist
Virtuelle Welt, du bist gefang'n om Cyberspace
Space, ein Ort, an dem's nicht weitergeht
Hilf dir endlich selber und schalt die Geräte aus
Rechner, Apps Und Handys sind nicht das, was du zum Leben brauchst
Facebook ist 'ne Illusion, in der wir uns zurückziehen
Doch ich seh' nicht zu, wie andre Menschen mit dei'm Glück spiel'n
[Outro: Armin Wolf & Alexandra von Mersi]
In England ist diese Facebook-Abhängigkeit ganz offiziell als Suchterkrankung anerkannt
Fünf Stunden pro Tag ist für die Psychologen die Grenze. Wer täglich länger in sozialen Netzwerken herumhängt, ist suchtgefährdet. Viele bekommen depressive Verstimmungen, wenn die eigenen Status-Meldungen nicht positiv kommentiert werden. Und wer weniger als zweihundert Freunde vorzuweisen hat, ist unter Jugendlichen sowieso ein Loser