Gülden und hold strahlt die Halle des Helios

Staunend, voll Stolz, spricht der Sohne zum Vater:

"Gewährt Beweis mir der göttlichen Abkunft!"

"Sohne, so sei's, sollt dies still'n deine Marter."

"Für einen Tag lasst mich lenken die Sonne!"

Schon reut die Tat seines Schwures den Gott:

"Keiner denn mir mag zu zügeln die Rosse!"

Doch füllt die Gier nur den Jungen mit Spott

Helios, Phaeton

Sieh‘, dein Sohn nie mehr wiederkehrt

Glühend Spross, Phaeton

Zügellos

Phaeton, Sohn des Lichts

Nie mehr wiederkehrt

Lachend besteiget er den Sonnenwagen

Und flieget steil bergan zum Firmament

Bannend die Nacht, dem Zenit fast erhaben

Doch jetzt entfacht der Getier Temperament

Hilflos der Knabe hängt an den Zügeln

Ohne Handhabe entgleist ihm die Fahrt

Bald geht's hinauf, brennt zu Dampf alle Wolken

Gleichsam versengend aufs Felde herab

Im Glanz der Sonne er steigt, dann herniederfährt (Helios)

Im Glanz der Sonne er steigt, doch nie wiederkehrt (Phaeton)

Gleißend im Lichte er schreiend herniederfährt (Sieh', dein Sohn)

Nie mehr wiederkehrt

Im Glanz der Sonne er steigt, dann herniederfährt (Glühend' Spross)

Im Glanz der Sonne er steigt, doch nie wiederkehrt (Phaeton)

Gleißend im Lichte er schreiend herniederfährt (Zügellos)

Phaeton, Sohn des Lichts, nie mehr wiederkehrt

Gelähmt vor Angst lässt er fahr'n die Pferde

Dem Sonnenglanz wehrt nicht Mensch, wehrt nicht Stadt

Rettend nun Zeus sendet Blitze zur Erde:

Des Jünglings Tun endet im finst'ren Grab

Im Glanz der Sonne er steigt, dann herniederfährt (Helios)

Im Glanz der Sonne er steigt, doch nie wiederkehrt (Phaeton)

Gleißend im Lichte er schreiend herniederfährt (Sieh', dein Sohn)

Nie mehr wiederkehrt

Im Glanz der Sonne er steigt, dann herniederfährt (Glühend' Spross)

Im Glanz der Sonne er steigt, doch nie wiederkehrt (Phaeton)

Gleißend im Lichte er schreiend herniederfährt (Zügellos)

Phaeton, Sohn des Lichts, nie mehr wiederkehrt